Regionale Köstlichkeiten und mittelalterliches Ambiente auf Burg Reichenstein nahe Mainz

Sie ist Paradebeispiel einer majestätisch über dem oberen Mittelrheintal thronenden, geschichtsträchtigen Mittelalter-Burg: die Burg Reichenstein oberhalb der Gemeinde Trechtingshausen, ca. 5 Kilometer von Bingen und nur rund 30 Autominuten von Mainz entfernt. Sie zählt zu den ältesten, altehrwürdigen Burgen im gesamten UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal.

Burg Reichenstein – Zehntausende Touristen pro Jahr aus Nah und Fern

35 000 Besucher pro Jahr sprechen eine klare Sprache: Zahlreiche Schiffs-, Rad- und Bustouristen, Wanderer aus Mainz und der Region, Groß- und Kleinfamilien aber auch Tagungs- und Hochzeitsgäste sind es vor allem, die sich Jahr für Jahr von der Mittelalter-Atmosphäre und dem herrlichen Blick auf das Welterbe Oberes Mittelrheintal anziehen lassen. Wer mehr wissen möchte über die einmalige Lage und die ereignisreiche Geschichte der Burg, findet auf www.burg-reichenstein.com mehr Informationen und reichlich Bildmaterial.

Der Umstand, dass die Besucher und Gäste auf der im 11. Jahrhundert errichteten Anlage auch übernachten, feiern und delikat speisen können, ist vor allem Burgbesitzer Lambert Lensing-Wolff zu verdanken, der die Burg seiner Vorfahren nach fast 30 Jahren in Fremdbesitz 2014 zurückgekauft hat – und mit einem neuen Konzept für viele Veränderungen sorgte. Ein wesentlicher Bestandteil dieses Konzepts: das burg-eigene Restaurant „Puricelli“ für Mainzer Genießer und Feinschmecker.  

Regionale Klassiker und Deftig-uriges für den Mainzer Gourmet

Leichte und gesunde Speisten treffen hier auf Deftig-rustikales und Ursprüngliches. Aber auch klassische, Region-typische Gerichte finden sich auf der Speisekarte wider. Vor allem auf echte Handarbeit kommt es dem Küchenteam um Geschäftsführer  und Küchenmeister Till Gerwinat dabei an, heißt: alles wird frisch und selbst zubereitet. Die rheinhessischen oder von weit her gereisten Gourmets können sich davon Dienstag bis Sonntag ab den Mittagsstunden überzeugen – und bekommen den imposanten Blick auf das idyllisch-romantische Obere Mittelrheintal mit dazu. Bei gutem Wetter geht es dann auf die Terrasse und unter einem breitet der  von der UNESCO geadelte, herrliche Kulturraum dann seine ganze Pracht aus.

Die Mainzerinnen und Mainzer sind bekannt dafür, dass sie es ja gerne mal deftig oder regional geprägt mögen. Beim „Binger Krüstchen“ (einem Schweineschnitzel mit Spiegelei und Kartoffelsalat), den Semmelknödeln, Königsberger Klopsen oder der Kotelette vom Kraichgauer Landschwein, werden sie fündig.  Bei den Vorspeisen und Suppen kann der Besucher zur Mittags- bzw. Vesperzeit u.a. aus gebackenem Camembert, gebranntem Ziegenkäse oder einem Sommersalat wählen. In den Abendstunden öffnet das berühmte „Jägerzimmer“ seine Pforten.  Dieser große Raum zeichnet sich durch Gemütlichkeit aus, während einen die Jäger aus der Kurpfalz, auf Bildern an der Wand, beim Essen beobachten. Eine – wie Küchenchef Gerwinat selbst sagt – moderne und vor allem von französischen und deutschen Speisen beeinflusste Küche erwartet die Mainzer Kulinariker in den Abendstunden. Auch hier kann aus Vorspeisen, Suppen, Hauptgerichten, „Naschwerk“ und Käse gewählt werden. Ergänzt wird das Angebot durch die speziellen, der kulinarischen Tradition der Region verpflichteten „Puricelli“-Menüs.

Geschichtsträchtige Burg mit ereignisreicher Vergangenheit

Der neue Besitzer brachte mit seinen Ideen, u.a. dem Restaurant, ab Ende 2014 frischen Wind in die alten Gemäuer. Und diese sind wahrlich alt: zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde die Anlage im Jahre 1213. Es waren die Urkunden der in der Nähe von Aachen gelegenen Reichsabtei Kornelimünster, die erstmals die Burg im heutigen Landkreis Mainz-Bingen nannte. 1290 ging die Burg, die ursprünglich erbaut wurde, um das Zollrecht auszuüben, in den Besitz der Pfalzgrafen. Wenige Jahre zuvor wurde Reichenstein vom ersten römisch-deutschen König aus dem Geschlecht der Habsburger, Rudolf IV., erobert und zerstört. Es dauerte jedoch  bis weit ins 14. Jahrhundert hinein, bis die Zerstörungen beseitigt waren. 1344 dann gelangte die wiederaufgebaute Burg zurück an das Erzbistum und diente ab 1361 ausschließlich als Wohnburg. Da die Burg zu diesem Zeitpunkt schon so schlecht ausgestattet war, dass man sie militärisch nicht mehr als Verteidigungsanlage gebrauchen konnte, setzte ab dem 16. Jahrhundert allmählich der Verfall der Burg ein.

Es sollte rund 300 Jahre dauern, bis der Generalmajor Franz Wilhelm von Barfus-Falkenburg die Burg erwarb und den einzig noch original erhaltenen Turm zu einem Wohnturm umbauen und umgestalten ließ. Dessen Erben verkauften 1877 die Burg an den Freiherren von Rehfuß und dieser 1889 an den mexikanischen Konsul Chosodowsky, der zehn Jahr im Besitz des Anwesens bleibt.Das heutige Aussehen der Burg geht zurück auf den Industriellen Baron Nikolaus Kirsch-Puricelli, der ab 1899 einen Architekten beauftragte, Burg Reichenstein im neugotischen Stil in eine prächtigen Wohnburg umzuwandeln. Es war sein Sohn, der in der Burg später ein Museum unterbringen ließ. Die Anlage verdankt seine Ausnahmestellung u.a. dem Umstand, dass sie die letzte aller mittelalterlichen Burgen des Oberen Mittelrheintals war, die man am Ende der „Rheinromantik“-Epoche wieder aufbaute – heute erstrahlt sie wieder in vollem Glanz, inklusive Burghotel und Restaurant.

Entenleberparfait und Kaisergranat

Einst war der Rhein eine bedeutende Handelsroute für Gewürze, Speisen und Rezepte aus der ganzen Welt. Von überallher erreichten diese das Mittelrheintal. Entstanden ist so im Laufe der Jahrhundert eine kaum vergleichbare, kulinarische Vielfalt und Tradition. Diese macht sich die Küche des Restaurants „Puricelli“ von Burg Reichenstein zu Eigen, um sie den Besuchern in einer vielfältigen Auswahl präsentieren zu können. Dabei wird diese, in hunderten von Jahren gewachsene Mischung aber auf ganz eigene Weise von den Köchen neu interpretiert und mit frischen Ideen und kulinarischen Einfällen angereichert. Traditionelle Klassiker-Gerichte neu zu variieren und mit frischen Rezept-Ideen anzureichern – so lautet das Motto der Küche und so ergeben sich dann die Speisen, die einen auch als Hauptgang oder im „Puricelli“-Menü auf der Abendkarte erwarten. Die Auswahl reicht dabei vom Entenleberparfait, rosa gebratenem Hirschrücken und gegrilltem Kaisergranat (Norwegischer Hummer) bis hin zum Milchkalbschnitzel und oder Rib-Eye-Steak.

Passende Wein-„Begleitung“ – für den Mainzer ebenso wichtig wie die Speisen

Doch was wären all die Gerichte ohne die passende, „regionale Begleitung“ aus der Weinflasche. Etwas, worauf in erster Linie die Mainzer Gäste als Kenner des guten Tropfens natürlich großen Wert legen. Hier kommt den Besuchern wieder das einmalige, von unzähligen schroffen Felsen, mittelalterlichen Ruinen und stolzen Burgen gesäumte Obere Mittelrheintal entgegen. Der Weinbau erfolgt hier – aufgrund der vielen Erhebungen und Enge der Täler – nämlich überwiegend in Steillagen. Es ist ein arbeitsaufwendiger, zeitintensiver Weinbau, der hier betrieben wird – aber es lohnt sich. Denn in die Flaschen – und damit in die Weingläser des Restaurants „Puricelli“ – gelangen exquisite Weine aus der direkten Umgebung. Diese stellen dann die optimale Ergänzung und Kombination zu den Speisen dar. Die edlen Tropfen stammen zu einem Großteil aus bekannten und für ihre Wein-Qualität geschätzten Weinbaugebieten im Rheingau, am Mittelrhein, aus der Pfalz oder auch an der Mosel und Nahe.

Insgesamt bietet das Restaurant der Burg Reichenstein Platz für 180 Personen Platz, weshalb sich die außergewöhnlichen Räumlichkeiten auch Feste, Tagungen und Veranstaltungen aller Art eignen: ob für Tagungen, Geschäfts-Events, Geburtstage, Hochzeiten oder Taufen.

Neues Konzept soll Zukunft sichern

Eine fast tausendjährige Geschichte in alten Gemäuern, die ein Museum, Restaurant und Hotel beherbergen – und deren Leitung die Gastronomie- und Hotellerie-Erfahrene Katrin Kleemann sowie Küchenchef Till Gerwinat im Januar 2015 übernommen haben. Ende 2014 entschieden sich die Beiden, von der Pfalz an den Mittelrhein zu gehen, um das Herzensprojekt von Neu-Besitzer Lambert Lensing-Wolff, der die Burg mit dem Kauf wieder in Familienbesitz überführte, umzusetzen: Burg Reichenstein vor dem Verfall zu bewahren und mit dem neuen Konzept aus Museum und Restaurant für eine gesicherte Zukunft der Burg zu sorgen:  als beliebter Touristen-Magnet, geschichsträchtige Burg voller Sagen und Legenden und  Erlebnisort für Ritter-Fans, Event- und Partygäste sowie – dank des Restaurants – aus Mainz und der Umgebung.


Bildnachweis: © Fotolia – jarek106

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Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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