Schutzgelderpressung: In die Offensive gehen

Sicherlich hat jeder schon einmal den Begriff der Schutzgelderpressung gehört – doch wer ist damit im realen Leben schon in Kontakt gekommen? Meist beschränken sich die Erfahrungen auf Darstellungen aus Film und Fernsehen, dabei ist das Thema durchaus real und mit der häufig dargestellten Gewalt behaftet. Mithilfe einer Detektei kann eine derartige Straftat jedoch aufgedeckt werden.

Schutzgelderpressung: Patentrezepte als Lösung?

Patentrezepte gegen die Schutzgelderpressung gibt es nicht, diese Frage lässt sich direkt beantworten. Dennoch haben Betroffene einige Möglichkeiten, wie sie dem Problem begegnen können und auf welche Art sie sich zur Wehr setzen dürfen. Verschiedene Anlaufstellen helfen beratend, so unter anderem die Industrie- und Handelskammer oder auch die Handwerkskammer. Welche Abwehrstrategien im Einzelfall zur Anwendung kommen, ist verschieden und muss individuell geklärt werden.

Denn das Problem ist nicht einfach anzugehen – das Ausbleiben einer Reaktion auf gestellte Forderungen führt häufig zu Gewaltausbrüchen. Genau diese möchten Gastronomen aber vermeiden, da sie sich nicht selten auf den Restaurantbesitzer beschränken, sondern auch die Kundschaft bedrohen. Die Täter sind in der Regel keine Einzeltäter und gehen gut organisiert vor. Das Prinzip der Einschüchterung funktioniert meist sehr gut, daher kommt es darauf an, rechtzeitig zu handeln und einige Tipps zu beherzigen. Ein solcher Tipp bezieht sich auf die Hilfe durch eine erfahrene Detektei.

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Detektei im Kampf gegen Schutzgelderpressung

Bei der Schutzgelderpressung geht es zuerst einmal darum, herauszufinden, wer eigentlich hinter dieser Bedrohung steckt. Handelt es sich um einen organisierten Ring aus Kriminellen oder versucht hier bloß jemand, sich einen Namen in der Branche zu machen? Geht ein Einzeltäter vor und sind noch andere Gastronomen betroffen? Vor allem in regionalen Brennpunkten häufen sich in jüngster Zeit die Probleme, sodass zum Beispiel eine Detektei in Frankfurt durchaus gut beschäftigt ist. Sie übernimmt die Observierung der Verdächtigen und sollte bereits hinzugezogen werden, wenn die ersten Probleme auftauchen. Bitte nicht erst nach Hilfe suchen, wenn bereits Gewaltausbrüche vorliegen oder brutale Einschüchterungsversuche erfolgt sind!

Besser ist es, das Problem im Keim zu ersticken und direkt herauszufinden, wer hinter der Sache steckt. Die Detektei steht dem Auftraggeber dabei hilfreich zur Seite und übernimmt dank des erfahrenen Personals die Ermittlungen. Diese sind für die spätere Weitergabe des Falls an die Polizei sehr hilfreich. Zudem kann ein erfahrener Detektiv wichtige Ratschläge zur weiteren Vorgehensweise geben und zugleich als erster Ansprechpartner fungieren. Hat dieser bereits selbst Ermittlungen in derartigen Fällen angestellt, weiß er, wie am besten vorzugehen ist, worauf es ankommt und wie das Opfer aus seiner Rolle entkommen kann.

Schutzgelderpressung: Vom Kleinen zum Großen

Das Wichtigste vorab: Wer einmal Geld zahlt, zahlt immer wieder. Leider scheint es ein Naturgesetz in der Branche der Schutzgelderpressung zu sein, im Kleinen anzufangen und sich nach oben zu steigern. Das bedeutet, dass diejenigen, die anfangs nur wenig Geld zahlen, nach und nach höhere Beträge entrichten. Besteht die Erpressungssituation erst einmal oder manifestiert sie sich gar, ist es schwer, hier wieder herauszukommen. Deutlich einfacher ist es für die Betroffenen, von Anfang an ganz klar „Nein“ zu sagen. Wer wage bleibt, verliert – ein starkes und offensives „Nein“ hingegen wirkt.

Die klassische Form der Schutzgelderpressung besteht darin, dass der Täter Geld fordert, das Opfer zahlt dieses. (#01)

Die klassische Form der Schutzgelderpressung besteht darin, dass der Täter Geld fordert, das Opfer zahlt dieses. (#01)

Strikte Weigerung als Vorbeugung gegen Schutzgelderpressung

Der zweite Punkt ergibt sich aus dem bereits erwähnten „Nein“ von Anfang an. Die Polizei besitzt entsprechende Erkenntnisse, nach denen diejenigen, die sich von Beginn an geweigert haben, auf die Erpressungsversuche einzugehen, seltener zu Opfern werden als andere. Viele Täter sind nicht organisiert genug, um die eigene Sicherheit zu gewährleisten und dann noch Gewalt gegen andere zu verüben. Das heißt, sie sind infrastrukturell schlichtweg zu schlecht aufgestellt – Einzeltäter oder solche Gruppen, die nur aus zwei bis drei Personen bestehen, nehmen lieber Abstand von der versuchten Schutzgelderpressung, als sich selbst in Gefahr zu begeben.

Eine Ausnahme besteht hier allerdings in den sogenannten DDoS – Distributed Denial of Service. Die Angriffe der Täter begeben sich dabei auf ein ganz anderes Niveau, sie versuchen, die IT-Infrastruktur der Opfer zu stören. Hackerangriffe können für riesige Schäden sorgen. Dennoch sollte niemand auf den Versuch der Schutzgelderpressung eingehen bzw. den Forderungen nachgeben.

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Schutzgelderpressung: Auf sanfte Weise beginnen

Anfangs scheint eine Schutzgelderpressung noch harmlos zu sein. Was ist schon dabei, nur bei einem bestimmten Händler ausgewählte Waren einzukaufen? Oder ohnehin benötigte Dienstleistungen bei einem Anbieter zu buchen? Meist ist die Qualität der Ware oder der Leistung jedoch stark minderwertig und der Preis dafür völlig überzogen. Diese Art der Schutzgelderpressung geht oft mit der Forderung nach Verträgen einher – sind diese erst einmal unterschrieben, wird die Sache schwierig. Wie soll hier eine Rechtswidrigkeit nachgewiesen werden können? Solche Verbrechen sind schwer zu beweisen, denn sie sind rein rechtlich gesehen gut getarnt. Die Opfer geraten aber auch hier immer stärker unter Druck und müssen sich stetig wachsenden Forderungen beugen.

Verschiedene Arten der Schutzgelderpressung

Die klassische Form der Schutzgelderpressung besteht darin, dass der Täter Geld fordert, das Opfer zahlt dieses. Kommt es der Forderung nicht nach, drohen Gewalt und Angriffe auf den Gastronomen selbst und auf die Gäste des Hauses. Doch es gibt noch andere Formen der Schutzgelderpressung: Restaurants werden aufgrund plötzlicher Gefahrenquellen geschlossen, Dinge werden veräußert oder der Betrieb wird eingeschränkt. Die Einschränkungen sind dann allerdings in einer Art, die nicht ignoriert werden kann und so massiv sind, dass sie den Ruin bedeuten können.

Sicherlich hat jeder schon einmal den Begriff der Schutzgelderpressung gehört – doch wer ist damit im realen Leben schon in Kontakt gekommen? (#02)

Sicherlich hat jeder schon einmal den Begriff der Schutzgelderpressung gehört – doch wer ist damit im realen Leben schon in Kontakt gekommen? (#02)

Keine Isolation durch die Schutzgelderpressung

Die Täter legen es in der Regel darauf an, dass sich das Opfer isoliert fühlt. Gleichzeitig baut der Täter einen Mythos um sich selbst auf, durch den er unbesiegbar erscheint. Einsamkeit und Unbesiegbarkeit stehen sich gegenüber und führen in eine anscheinend ausweglose Situation. Das Opfer fühlt sich psychisch immer stärker unter Druck und ist gleichzeitig dazu verpflichtet, über seine Lage zu schweigen. Allerdings sollte es nie soweit kommen! (Potenzielle) Opfer sollten daher mit Kollegen oder Freunden über die Lage sprechen, denn damit wird die erste Hemmschwelle überwunden und das Thema wurde angesprochen. Ist die Situation noch nicht so festgefahren, redet es sich deutlich einfacher, wenn bereits ein Anfang gemacht wurde.

Damit verhindern die Opfer selbst, dass sie besonders verletzlich erscheinen. Sie ignorieren das Thema nicht, das sich in den seltensten Fällen von allein regelt, sondern gehen aktiv dagegen vor. Damit einher geht ein Gefühl der Stärke und davon, die Lage wieder in den Griff zu bekommen. Viele Täter sind von starken Opfern verunsichert. Wer allein mit allem fertig werden möchte, läuft Gefahr, sich in eine hoffnungslose Lage zu bringen. Außerdem ist er deutlich angreifbarer, denn wer sich als Täter einer einzelnen Person gegenüber sieht, agiert deutlich stärker und selbstbewusster als jemand, der eine ganze Gruppe als Gegner hat. Auch wenn diese für ihn noch unsichtbar ist, spürt der Täter doch das veränderte Auftreten des Opfers.

Bei der Schutzgelderpressung auf die Polizei setzen

Auch wenn die Täter verlangen, dass die Polizei „aus dem Spiel“ bleiben soll – diese kann nicht helfen, wenn sie nichts von dem aktuellen Fall weiß. Gleichzeitig kennt sie aber Mittel und Wege, wie Betroffenen geholfen werden kann. Spezialisten, die sich mit derartigen Fällen auskennen, erörtern gemeinsam mit den Opfern die weitere Vorgehensweise und zeigen Auswege bzw. Lösungswege auf. Teilweise ist die Polizei auch in der Lage, ihre Ermittlungen praktisch vorbei an den Opfern aufzubauen, sodass die Betroffenen davon nichts mitbekommen und sicher sind. Schweigen ist in dem Fall keine Lösung und schützt nur den Erpresser selbst. Das Opfer begibt sich vielmehr weiter in eine komplizierte Situation ohne einfachen Ausweg.

Video: Aktenzeichen xy vom 21.5.1982 Schutzgelderpressung

Bei Schutzgelderpressung nach anderen Ansprechpartnern suchen

Auch unser letzter Punkt soll sich dem Reden widmen – denn wer schweigt, hat schon verloren. Neben der Polizei gibt es weitere Ansprechpartner, die als Hilfe bei Problemen infrage kommen. Vertrauenspersonen, Ansprechpartner der IHK oder der oben bereits erwähnte Detektiv. Kurz alle, die sich mit dem Problem auskennen oder schon einmal damit zu tun hatten, sind ideale Gesprächspartner. Sie beleuchten die Situation von außen und sehen vielleicht eine Lösung, die dem Opfer bisher nicht auffiel. Damit verhindern Betroffene aktiv, dass sie sich in eine Art Umklammerung begeben, aus der sie sich allein nicht wieder befreien können und die sich immer weiter zuziehen wird.

Wer jedoch von Anfang an aktiv gegen die Täter vorgeht und in die Offensive tritt, wird zu einem Opfer, das die Erpresser nicht einschätzen können. Sie erwarten ein defensives Opfer, das ihren Forderungen nachkommt. Das verschüchtert ist und schweigt – wer das genaue Gegenteil von diesen Erwartungen macht, hat die Überraschung auf seiner Seite. Sind die Täter dann noch schlecht organisiert, können sie der offensiven Haltung kaum etwas entgegensetzen und ziehen sich bestenfalls zurück.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Siegi -#01: YAKOBCHUK VIACHESLAV  -#02:   MR. Nattanon Kanchak

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Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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