Vakuumieren: Was bringt mir das in meiner Küche?

Vakuumieren ist voll im Trend – und das zu Recht! Diese tolle Möglichkeit ist eine moderne Option, um die Haltbarkeit von Lebensmitteln zu verlängern. Nachhaltigkeit lautet hierbei das Stichwort, denn durch das Vakuumieren wird auch der Verschwendung von Lebensmitteln effektiv Einhalt geboten.

Lebensmittel länger haltbar machen

Die Zahlen sind erschreckend: Laut einer aktuellen Studie werden jährlich 11 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Mehr als 50 Prozent der verschwendeten Lebensmittel werden dabei von privaten Haushalten entsorgt. Trotz des zunehmenden Bewusstseins für Nachhaltigkeit sind diese Zahlen schockierend und vor allem aufrüttelnd – Ein Umdenken muss stattfinden, um die massenweise Verschwendung von Lebensmitteln zu verhindern.

Schon unsere Vorfahren haben sich innerhalb Hunderter von Jahren auf die Konservierung von Lebensmitteln spezialisiert.

Nahrungsmittel galten bis in die 1970er Jahre, als die Kühl- und die Gefrierschränke den Markt revolutionierten und die Massenproduktion von Nahrungsmitteln startete, als kostbares Gut. Bis dato konnten Lebensmittel nur mithilfe spezifischer Techniken haltbar gemacht werden:

  • Einkochen
  • Zuckern
  • Einlegen in Alkohol
  • Einsalzen
  • Räuchern

Ziel dieser verschiedenen Techniken war es, die Lebensmittel zu konservieren. Eine entsprechende Haltbarmachung hängt in erster Linie mit den in den Lebensmitteln enthaltenen Enzymen und Mikroorganismen zusammen. Diese sorgen dafür, dass die Nahrungsmittel schneller altern und schlussendlich verderben. Durch die genannten Techniken werden die Mikroorganismen daran gehindert, die Lebensmittel schneller kaputtgehen zu lassen.

Das Einkochen beispielsweise tötet einen Großteil der Mikroorganismen ab und konserviert auf diese Weise die Nahrungsmittel. Dasselbe passiert auch mit dem Einlegen eines Lebensmittels in Alkohol: Durch den Alkoholgehalt werden die Mikroorganismen daran gehindert, sich weiterhin auszubreiten und somit die Nahrungsmittel zu verderben.

Das Vakuumieren ist eine moderne Möglichkeit, um Lebensmittel länger haltbar zu machen. Auch bei dieser Methode geht es den Mikroorganismen an den Kragen. Diese können sich besonders gut in Sauerstoff vermehren. Ein Vakuumiergerät entzieht einer Tüte oder einer Folie Luft und damit gleichzeitig den darin enthaltenen Sauerstoff. Den Enzymen und Mikroorganismen wird somit die Grundlage entzogen: Der fehlende Sauerstoffgehalt im Inneren einer Verpackung vermindert einen raschen Alterungsprozess von Lebensmitteln. Auf diese Weise sind vakuumierte Lebensmittel fünf- bis achtmal länger haltbar als herkömmlich verpackte Produkte.

Video: Nicht nur Lebensmittel können vakuumiert werden!

Das Prinzip von Vakuumieren

Beim Vakuumieren werden gleich zwei Arbeitsschritte von einem Gerät vorgenommen:

  •  Zum einen entzieht ein Vakuumierer einer Folie oder einer Verpackung die Luft, was den Effekt des Konservierens nach sich zieht und
  • zum anderen verschweißt das Gerät die Folie.

Ein Vakuumierer ist also besonders in der Küche ein wahrer Helfer! Doch wie arbeitet das Gerät genau?

In das Gerät ist eine Pumpe integriert, die der Verpackung oder der Folie, die verschlossen werden soll, die Luft entzieht. Durch das Absaugen der Luft entsteht dann ein Vakuum, welches auch den Namen dieser Konservierungstechnik prägt. Durch das Entziehen der Luft legt sich die Folie schließlich eng um das eingeschweißte Produkt. Das hat gleichzeitig den Vorteil, dass diese Technik auch noch platzsparend ist. Nachdem die Luft aus der Verpackung entfernt wurde, wird im zweiten Schritt die Folie verschweißt.

Das Vakuumieren und Einschweißen geht mit einem Vakuumiergerät in nur wenigen Sekunden: Zunächst müssen die Lebensmittel, welche vakuumiert werden, in eine Folie oder in einen Plastikbeutel verpackt werden. Die offenen Enden der Verpackung werden dann in das Vakuumiergerät eingeklemmt. Danach wird der Verpackung die Luft entzogen – das geschieht mittels einer Pumpe, die per Knopfdruck oder auch automatisch startet. Erst wenn die Luft vollständig aus der Folie gesaugt ist, verschweißt das Vakuumiergerät die beiden Seiten der Verpackung. Somit sind die vakuumierten Lebensmittel gleichzeitig luftdicht verschlossen und vor äußeren Einflüssen geschützt.

Vakuumieren in der Küche: Konservieren, trocken verstauen, kein Gefrierbrand

Vakuumieren hat sich besonders in der Küche durchgesetzt: Neben dem Konservieren von Lebensmitteln hat das Vakuumieren noch weitere Vorteile, die sich besonders in Küche, Speisekammer und Co bezahlt machen. Durch das luftdichte Verschweißen von Lebensmitteln können diese ganz bequem, platzsparend und trocken gelagert werden. Nicht immer frische Lebensmittel müssen vakuumiert werden – das Vakuumieren geht auch bei Trockenvorräten. Beispielsweise Erbsen oder Linsen können durch das Vakuumieren luftdicht verschlossen werden und somit in der Vorratskammer gut aufgehoben werden. Trockenvorräte sind durch das Vakuumieren und Verschweißen nicht nur von Feuchtigkeit geschützt, sondern auch vor anderen störenden Begleitern, wie beispielsweise Lebensmittelmotten oder Ameisen.

Das Einvakuumieren wird außerdem bei frischen Lebensmitteln angewandt, beispielsweise bei Fisch oder Fleisch, welches eingefroren werden soll. Durch das Einsaugen der Luft wird einerseits die Verpackung kleiner und andererseits die Gefahr gemindert, dass an den Lebensmitteln der sog. Gefrierbrand entsteht. Dieser kommt dann zustande, wenn sich Luft oder Sauerstoff in der Verpackung eines eingefrorenen Lebensmittels befindet.

Durch eine Unterbrechung der Kühlkette, beispielsweise durch das Öffnen der Gefrierschranktür oder Ähnliches, kann sich die warme Luft bzw. der Sauerstoff mit Wasser anreichern. Sobald die Temperatur wieder unterhalb des Gefrierpunkts sinkt, gefriert das Wasser in der Verpackung und hinterlässt an den Nahrungsmitteln weiße bis gräuliche Flecken. Lebensmittel mit einem starken Gefrierbrand gelten als ungenießbar und insbesondere der Geschmack leidet unter dem Gefrierbrand. Beim Vakuumieren wird der Verpackung der Sauerstoff entzogen, wodurch auch das Risiko des Gefrierbrands verringert wird. Ein Vakuumiergerät ist also ein praktischer Begleiter im Alltag und vor allem in der Küche.

Einvakuumierte Lebensmittel haben außerdem den Vorteil, dass sich ebenfalls in der Verpackung gegart werden können, jedoch sollte der Beutel stets eingeschnitten sein, damit Dampf entweichen kann. Abhängig von den eigenen Küchenutensilien können vakuumierte Produkte aus der Verpackung nach dem Erwärmen direkt auf den Teller gegeben werden. Durch das Erwärmen mit einer niedrigen Temperatur bleibt ein Großteil der wichtigen Vitamine und Mineralstoffe vollständig erhalten – ein Vorteil vom Vakuumieren ist also außerdem der besondere Frischeeffekt.

Egal, ob Fleisch, Wurst, Obst oder Gemüse: Fast jedes Lebensmittel kann man vakuumieren. (#01)

Egal, ob Fleisch, Wurst, Obst oder Gemüse: Fast jedes Lebensmittel kann man vakuumieren. (#01)

Welche Lebensmittel können vakuumiert werden?

Grundsätzlich gilt: Nahezu alle Lebensmittel, die auch eingefroren werden können, können vakuumiert werden. Ob es sich dabei um bereits zubereitete Speisen handelt oder um rohe Nahrungsmittel ist generell egal. Vor allem bei Frischfleisch und frischem Fisch zeigt sich das Vakuumieren als praktische Lösung, um die Lebensmittel länger haltbar zu machen und vor Gefrierbrand zu schützen.

Wie oben beschrieben können auch Trockenvorräte vakuumiert werden. Dies hat jedoch den Zweck, die Lebensmittel vor äußeren Einflüssen zu schützen und luftdicht zu verpacken. Trockenvorräte sollten auf keinen Fall eingefroren werden. Ebenso ergibt es keinen Sinn, Lebensmittel wie Gurken, Eier oder Salat zu vakuumieren. Als Faustregel kann tatsächlich angenommen werden, dass Trockenvorräte zur Aufbewahrung einvakuumiert werden können. Dazu zählen beispielsweise Nudeln oder Tee, die aufgrund der entfernen Luft länger haltbar gemacht werden. Weiterhin gilt, dass alle Lebensmittel, die eingefroren werden können, auch vakuumiert werden können.

Auch Brötchen oder Wurst können vakuumiert werden und somit länger haltbar gemacht werden. Alle vakuumierten Produkte sollten auch nach dem Verschweißen in der für sie optimalen Umgebung aufbewahrt werden. Im Falle von Wurst sollte sich die Lagerung also auf den Kühlschrank beschränken. Brötchen können auch einvakuumiert im Brotkorb verstaut werden.

So funktioniert das Vakuumieren reibungslos

Damit die Lebensmittel möglichst lange konserviert werden können, sollten einige Tipps beachtet werden. Frische Nahrungsmittel, die vakuumiert wurden, halten sich länger als Nahrungsmittel, deren Alterungsprozess bereits begonnen hat. Bei der Verpackung und beim Vakuumieren der Nahrungsmittel sollten ebenfalls große Sorgfalt und außerordentliche hygienische Bedingungen herrschen – nur so kann gewährleistet werden, dass die Lebensmittel tatsächlich lange haltbar bleiben.

Einkaufen auf Vorrat ist dank der Möglichkeit des Vakuumierens besonders einfach zu verwirklichen. Beim Vakuumieren stehen also nicht nur die Frische der Produkte und die Möglichkeiten des Konservierens im Vordergrund, sondern auch ein nachhaltiger Umgang mit Nahrungsmitteln.


Bildnachweis: © Fotolia Titelbild: eyetronic – #01: Cornerman

Über Iris Martin

Iris Martin

Iris Martin, Jahrgang bleibt ein gut gehütetes Geheimnis, ist Mutter zweier Kinder. Rabauke 1 und Rabauke 2 sind Wunschkinder ersten Grades, treiben ihre Eltern regelmäßig an den Rand der Verzweiflung und wissen sie von dort mit einem lieblichen Augenaufschlag wieder wegzuholen. Iris ist derzeit mit ihren beiden Jungs zu Hause, genießt das Leben als Vollzeitmami und hält das Chaos so im Rahmen. Neuen Herausforderungen stellt sie sich dabei gerne – immer gut gewappnet mit dem Wissen, das nur aktiv agierende Eltern haben können.

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