Regionale Küche in Mainz: Leckere Spezialitäten, neu aufgelegt

Deftig oder etwas feiner: Typische Mainzer Spezialitäten machen Appetit auf mehr!

Typische Gerichte aus der regionalen Mainzer Küche

Mainz ist für eine vielseitige Kulinarik bekannt, die Bodenständigkeit mit Genuss verbindet. In den regionalen Spezialitäten steckt eine große Portion Lebensqualität. Diese basiert auf den hochwertigen Zutaten sowie auf dem hohen Bekanntheitsgrad der typischen Mainzer Spezialitäten. Von der ursprünglichen Hausmannskost bis zu den neuen Abwandlungen, die oft etwas leichter sind: Mainz bietet einen wahren Hochgenuss.

Natürlich gehört zu den leckeren Mahlzeiten auch ein guter Wein, der ebenfalls aus der Region kommt. So lässt sich mit den Mainzer Rezepten ein perfektes Menü mit dem passenden Wein zusammenstellen. Für die deftigen Gerichte wie Zwiebelkuchen und Pfälzer Saumagen ist beispielsweise ein Riesling oder ein Grauburgunder die richtige Begleitung.

Auch über die Grenzen des rheinhessischen Gebiets haben sich einige Spezialitäten einen Namen gemacht. Nicht nur in Deutschland kennt man den berühmten Handkäs mit Musik oder den Saumagen: Auch die Franzosen lassen sich ebenfalls gerne von den schmackhaften Speisen überzeugen.

Slow Food und schnell zubereitete Gerichte aus Mainz

Ein Bohneneintopf nach traditionellem Rezept braucht seine Zeit, bis er fertig ist, und auch der Saumagen ist nicht in einer halben Stunde fertig. Der Aufwand für diese klassischen Mainzer Gerichte lohnt sich definitiv, doch nicht immer findet man ausreichend Ruhe, um sie vorzubereiten. Wenn man es eilig hat, kommt der Lieferheld als Alternative infrage. So kostet die Mainzer Hausmannskost nicht viel Zeitaufwand und man kann sicher sein, dass es schmeckt.

Einige Mainzer Spezialitäten sind aber auch schnell hergestellt oder fertig zu kaufen. Das gilt nicht nur für den Handkäs, sondern auch für andere regionstypische Käsesorten.

Video: Handkäs‘ – Rezepte und Wissenswertes zum „Stinker“ aus Hessen

Der Handkäs aus dem Rheinhessischen

Der Handkäs wird nach klassischem Rezept in Essig und Öl, gewürzt mit Kümmel und Zwiebeln, genossen. Der Zusatz „mit Musik“ bezieht sich vermutlich auf die Verdauung, die durch die rohen Zwiebeln gewisse Probleme verursachen kann. Der Käse selbst wird aus Sauermilch produziert und enthält nur 1 % Fett. Er ist sehr eiweißreich und fördert damit den Aufbau von Muskulatur und Knochen.

Bei dem original Mainzer Spundekäs handelt es sich um eine Mischung aus Frischkäse und Quark, die gerne als Dip verwendet wird. Auch diese Spezialität stammt aus der rheinhessischen Küche.

Hausmannkost soll nahrhaft sein und hat damit einen hohen Sättigungsgrad. (#01)

Hausmannkost soll nahrhaft sein und hat damit einen hohen Sättigungsgrad. (#01)

Herzhaftes aus Mainz und Umgebung: Eintöpfe, Saumagen und Quellmänner

Hausmannkost soll nahrhaft sein und hat damit einen hohen Sättigungsgrad. Das ist auch bei diesen drei Mainzer Gerichten der Fall.

  • Dicke Bohnen werden über Nacht eingeweicht und dann zusammen mit Brühe, Zwiebeln und Speck gekocht. Anschließend püriert man das Ganze und erhält einen sämigen Eintopf. Dazu passt ein gekühlter Silvaner.
  • Mit dem Mainzer Saumagen begeistert man auch die Gourmets. Hier handelt es sich um einen Magen, der mit würzigem Wurstbrät gefüllt wird. Als Beilage eignen sich Salate oder Salzkartoffeln, zudem gehören Maronen und Pistazien dazu.
  • Die Quellmänner mit Leberworscht sind Kartoffeln, die nach dem Kochen aufgeschnitten und mit einer erhitzten Leberwurst gefüllt werden. Diese deftige Mahlzeit ist besonders bei kalten Temperaturen beliebt.

Weitere beliebte Traditionsgerichte haben eine Vergangenheit als Arme-Leute-Essen. Doch der heutigen Metzelsupp ist kaum noch anzusehen, dass es sich um ein Resteessen handelt. Wenn der Hunger durch ein solches Hauptgericht noch nicht gestillt ist, reicht man ans Nachspeise einen Zwetschgenkuchen nach regionalem Rezept.

Der Handkäs wird nach klassischem Rezept in Essig und Öl, gewürzt mit Kümmel und Zwiebeln, genossen. (#02)

Der Handkäs wird nach klassischem Rezept in Essig und Öl, gewürzt mit Kümmel und Zwiebeln, genossen. (#02)

Historisch bedeutend: Der Mainzer Schinken

Der Mainzer Schinken war bereits im 16. Jahrhundert in Frankreich bekannt. Gut zwei Jahrhunderte später wurde diese Spezialität von dem US-amerikanischen Präsidenten Thomas Jefferson hochgelobt. In Frankreich entstand sogar ein Marsch- und Kinderlied zu diesem „Jambon de Mayence“, das ein bisschen an das deutsche Lied „Ein belegtes Brot mit Schinken“ erinnert.

Der würzige Mainzer Schinken wurde schon in früheren Zeiten im recht großen Umfang nach Frankreich exportiert. Inzwischen wird er endlich wieder in Mainz hergestellt, doch man musste sich zunächst auf die Suche nach dem Originalrezept machen. Dieses wurde schließlich in Metz wiederentdeckt.

Typisch für den Schinken aus Mainz ist, dass er durch das starke Einsalzen auf andere Konservierungsstoffe verzichten kann. Man würzt ihn mit Lorbeerblättern und Wacholder, dann kommt er neun Monate in die Reifung. Anders als viele andere Mainzer Spezialitäten ist dieser leckere Schinken zurzeit noch ein Geheimtipp, auch wenn die Nachfrage sehr gut ist.

In den Restaurants in Mainz erhalten die Gäste entweder die traditionelle Kost oder modernisierte Gerichte. (#03)

In den Restaurants in Mainz erhalten die Gäste entweder die traditionelle Kost oder modernisierte Gerichte. (#03)

In Mainz kommen Gourmets auf ihre Kosten

Die vielseitige Mainzer Küche verlockt dazu, die Rezepte nachzukochen und gegebenenfalls eigene Veränderungen vorzunehmen. So lässt sich beispielsweise die „Musik“ beim Handkäs reduzieren, wenn man weniger Zwiebeln nimmt. Und bei weniger Speck wird der Bohneneintopf etwas leichter.

In den Restaurants in Mainz erhalten die Gäste entweder die traditionelle Kost oder modernisierte Gerichte. Die zahlreichen Gaststätten haben unterschiedliche Menükarten und bieten nicht nur die Weine der Region an, sondern auch leckere Biersorten.

Auch die Märkte in Mainz und den Nachbarstädten sind für Feinschmecker ein Paradies. Einige Kleinigkeiten kann man gleich direkt verspeisen, andere Spezialitäten werden zuhause zubereitet oder als Souvenir mitgenommen.

Video: Zwibbelkuche-Wandertag in Rheinhessen

Einfach lecker: Der Mainzer Zwiebelkuchen

Der Zwiebelkuchen nach Mainzer Rezept ist auch etwas für Ungeübte. Für den Hefeteig kann man notfalls Trockenhefe nehmen. Wenn er aufgegangen ist, wird er auf dem Blech ausgerollt.

Die weiteren Schritte sehen so aus:

  • Zwiebeln und Speck klein schneiden,
  • beides in der Pfanne anbraten, bis sich die Zwiebeln etwas verfärben,
  • die Masse auf dem Teig verteilen,
  • Butterflöckchen und gegebenenfalls geriebenen Käse darüber geben,
  • ca. 50 Minuten bei 180 Grad backen.

Der Mainzer genießt diesen Zwiebelkuchen mit einem Federweißen. Hierbei handelt es sich um einen nicht komplett durchgegorenen, ganz jungen Wein.

Der würzige Mainzer Schinken wurde schon in früheren Zeiten im recht großen Umfang nach Frankreich exportiert.(#04)

Der würzige Mainzer Schinken wurde schon in früheren Zeiten im recht großen Umfang nach Frankreich exportiert.(#04)

Unkompliziert und würzig: Mainzer Rippchen

Die Mainzer Rippchen sind ganz einfach zuzubereiten, allerdings ist ein gewisser Zeitaufwand einzukalkulieren. Auf 800 Gramm Rippchen kommen drei Zwiebeln, etwa drei Esslöffel Öl, drei Esslöffel Suppengrün und Brühe.

  • Zuerst brät man die Rippchen scharf an,
  • die feingehackte Zwiebel kommt mit in die Pfanne, bis sie eine braune Farbe erhält,
  • nun wird Brühe aufgegossen und Suppengrün hinzugefügt.

Nachdem alles etwa eineinhalb Stunden geköchelt hat, können die Mainzer Rippchen serviert werden. Dazu passt ein kühler Riesling oder ein kräftiges Bier.

Video: Rheinhessen – Deutsches Weinanbaugebiet

Der richtige Wein zur Mainzer Küche

Bei den Mainzer Gerichten spielt das Getränk eine große Rolle. Einige Köche behaupten sogar, dass das Essen die Ergänzung zum Wein ist und nicht umgekehrt. Daher findet man bei den regionstypischen Rezepten auch immer eine Weinempfehlung. Ein leicht fruchtiger und zugleich frischer Riesling gehört hier zu den Favoriten, doch auch ein Grau- oder Weißburgunder passt zu den meisten Mainzer Gerichten. Für diejenigen, die es lieblicher mögen, sind die Rheinhessen-Weine eine gute Alternative. Und für die Rotwein-Freunde gibt es Dornfelder, Regent und Blauer Portugieser.

Mixgetränke sind bei den traditionsbewussten Mainzer Gourmets eher verpönt. Bestenfalls darf es noch eine Weinschorle sein. Zu einigen Spezialitäten wird aber auch ein Bier angeboten, das im Optimalfall ebenfalls aus der Region kommt.

Um Mainz findet man eine Vielfalt von Obst und Gemüse, das sich in der regionalen EsskulUm Mainz findet man eine Vielfalt von Obst und Gemüse, das sich in der regionalen Esskultur wiederfindet. (#05)tur wiederfindet. (#05)

Um Mainz findet man eine Vielfalt von Obst und Gemüse, das sich in der regionalen Esskultur wiederfindet. (#05)

Die charakterstarke Mainzer Küche

Deftig, gutbürgerlich und auf eine unverkennbare Art entspannt: Das sind die typischen Eigenschaften der Mainzer Kulinarik. Gleichzeitig präsentieren sich die Mainzer Köche sehr verantwortungsbewusst gegenüber der Region. Ein Großteil der Spezialitäten kommt aus der nahen Umgebung. Beim Gang über einen der regionalen Märkte sieht man, dass hier alle Zutaten für die beliebten Rezepte erhältlich sind.

Um Mainz findet man eine Vielfalt von Obst und Gemüse, das sich in der regionalen Esskultur wiederfindet. Exotische Zutaten sind nur in wenigen Fällen gewünscht, es sei denn, man möchte etwas Neues ausprobieren. Mit der Konzentration auf die eigene Umgebung zeigt die Mainzer Küche auch ein starkes Interesse daran, ihre typischen Merkmale beizubehalten. Etwas leichter darf es vielleicht sein, um die Gesundheit zu schonen, aber zu viel Spielerei ist nicht gewünscht. Im Fokus stehen deshalb vor allem die regionale Besonderheit und der hohe Qualitätsanspruch.


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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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