Tiramisu

Tiramisu ist ein Nachtisch aus Italien, der auf der ganzen Welt berühmt wurde. Bis heute streiten mehrere Regionen um die Ehre, Heimat des Original Rezepts zu sein.

1. Tiramisu: Köstliche Nachspeise für Genießer

Italien ist bekannt für seine kulinarischen Spezialitäten und jede Region ist stolz auf ihre ganz besonderen Rezepte, die teilweise die gesamte Welt erobert haben. Es ist also nicht verwunderlich, dass mehrere Regionen darauf beharren, den leckeren Nachtisch erfunden zu haben.


2. Vier Geschichten und ein Original

Die erste Entstehungsgeschichte besagt, dass Tiramisu als aufbauende Kraftnahrung im ersten Weltkrieg von den Ehefrauen und Müttern der Soldaten zubereitet wurde, bevor diese dann wieder in den Krieg ziehen mussten. In einer zweiten Geschichte wird erzählt, dass dieses Dessert seinen Namen dem Ausruf eines Gastes in den 1940er Jahren verdankt, der den Nachtisch in einer Trattoria in Pieris serviert bekam und spontan rief: „Ottimo, c’ha tirato su!“ (Hervorragend, das zieht mich hoch).

Doch es gibt auch noch eine dritte Variante, laut der das Dessert zuerst 1951 in der „Albergo Roma“ den begeisterten Gästen serviert wurde. Darunter befand sich eine Gruppe von erschöpften Skifahrern, die nach dem Genuss ebenfalls behaupteten, die Nachspeise habe sie wieder hochgezogen – im Italienischen „tirare sù“.

Schließlich gibt es noch die Geschichte des Konditors Roberto Linguanotto, der das Dessert Ende der 1960er Jahre für sein Restaurant in Treviso erfunden haben soll. Der Nachtisch sei so lecker gewesen, dass sich die Gäste magisch angezogen fühlten, was im Dialekt der Region Venetien „Tiramesù“ bedeutet.

Das Dessert begeistert durch die optimale Balance gegensätzlicher Geschmacksrichtungen, die zu einer perfekten Harmonie zusammengefügt werden.

Das Dessert begeistert durch die optimale Balance gegensätzlicher Geschmacksrichtungen, die zu einer perfekten Harmonie zusammengefügt werden.(#01)


3. Lange Tradition: Die Ursprünge reichen bis ins 17. Jahrhundert

Bereits im 17. Jahrhundert wurde in der Toskana eine Nachspeise mit dem Namen „Zuppa del Duca“ kreiert, um den Großherzog Cosimo III. ‘de Medici zu erfreuen. Diesem Dessert wurde neben dem köstlichen Geschmack auch eine potenzsteigernde Wirkung zugeschrieben und es ist nicht verwunderlich, dass auch in diesem Zusammenhang der Begriff Tiramisu fiel.

Heute wird das weltberühmte Dessert in einem Atemzug mit anderen italienischen Delikatessen wie Parmaschinken, Mozzarella oder Wein genannt und ist auf allen Speisekarten italienischer Restaurants vertreten. Doch man kann die verführerische Nachspeise auch zuhause zubereiten.

Das folgende Rezept für ein klassisches Tiramisu ist nicht schwierig und wird mit Sicherheit die Familie und Gäste beeindrucken.


4. Video: Rezept für Tiramisu / Tiramisu selber machen


5. Rezept: Klassisches Tiramisu

Das Dessert begeistert durch die optimale Balance gegensätzlicher Geschmacksrichtungen, die zu einer perfekten Harmonie zusammengefügt werden. Die Süße des Puderzuckers und des Kakaos trifft auf den herben Geschmack des Kaffees und wird mit dem Alkohol raffiniert abgerundet. Der Geschmack des Tiramisus hängt ganz entscheidend von der Qualität der Zutaten ab.

Für ein klassisches Tiramisu benötigt man folgende Zutaten:

  • 40 Löffelbiskuits (Synonyme: Katzenzunge oder Savoiardi)
  • 500 Gramm Mascarpone
  • 6 Eier
  • 5 Esslöffel Zucker
  • 2 Tassen starker Kaffee oder Espresso, abgekühlt, ungezuckert
  • 2 Esslöffel Marsala
  • Kakaopulver zum Bestäuben
Tiramisu als Torte aus dem Kuehlschrank, der Renner auf jeder Kaffeetafel

Tiramisu als Torte aus dem Kuehlschrank, der Renner auf jeder Kaffeetafel (#02)

Grundlage der Originalversion sind die Löffelbiskuits, die eigentlich eher langweilig sind, sich aber ausgezeichnet für dieses Dessert eignen, weil sie die Flüssigkeit perfekt aufsaugen und sich mit dem Geschmack des Kaffees und des Marsalas verbinden. Doch genau darin lauert einer der Stolpersteine bei der Zubereitung des Desserts.


Werden die Löffelbiskuits zu lange eingeweicht, erhält man ein matschiges Ergebnis. Deshalb ist es sehr wichtig, darauf zu achten, bei der Zubereitung zügig zu arbeiten und die Löffelbiskuits nur leicht von beiden Seiten ins Kaffeebad zu tauchen.

Zuerst werden die Eier getrennt und dann das Eigelb zusammen mit dem Zucker schaumig geschlagen. Jetzt hebt man die Mascarpone vorsichtig unter die Ei-Zucker- Mischung und vermischt alles zu einer glatten Creme. Anschließend wird das Eiweiß zu steifem Eischnee geschlagen, der dann unter die Creme gehoben wird.

Der Kaffee wird mit dem Alkohol vermischt und in einen tiefen Teller gegeben, sodass man die Löffelbiskuits bequem von beiden Seiten eintauchen kann. Wenn das schnell genug geschieht, erreicht man die perfekte Konsistenz zwischen luftig und saftig.

Im Original Rezept wird der süße italienische Dessertwein Marsala verwendet, es eignen sich jedoch auch andere alkoholische Getränke, um dem Dessert die besondere Note zu verleihen

Im Original Rezept wird der süße italienische Dessertwein Marsala verwendet, es eignen sich jedoch auch andere alkoholische Getränke, um dem Dessert die besondere Note zu verleihen.

Im Original Rezept wird der süße italienische Dessertwein Marsala verwendet, es eignen sich jedoch auch andere alkoholische Getränke, um dem Dessert die besondere Note zu verleihen:

  • Rum
  • Brandy
  • Amaretto
  • Madeirawein
  • Sambuca
  • Frangelico
  • Kahlua (my Favourite!!!)
  • Vin Santo

Video: Fruchtiges und einfaches Erdbeer-Tiramisu-Rezept / Sallys Welt

Selbstverständlich kann man das Tiramisu auch ohne Alkohol zubereiten und einige Fans der Nachspeise behaupten sogar, dass im ursprünglichen Rezept weder Alkohol noch Eiweiß enthalten sind.

Die Hälfte der getränkten Biskuits werden nun in eine Auflaufform geschichtet und mit der Hälfte der Mascarponecreme bedeckt. Es folgt eine weitere Schicht mit Löffelbiskuits und die nächste Mascarponeschicht bildet den Abschluss. Nun muss das köstliche Dessert noch für mindestens drei Stunden (12 Stunden wären optimal) in den Kühlschrank und wird dann vor dem Servieren mit dem Kakaopulver bestäubt.

Wer mag, kann die Dekoration variieren und durch geraspelte Schokolade, zerkrümelte Cantuccini oder Krokant, gehackte Nüsse sowie Kaffeebohnen ergänzen. In jedem Fall ist das Dessert lecker und ein besonderer Genuss, der das perfekte Gefühl von „la dolce vita“ vermittelt.



Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Piotr Krzeslak -#01: _Ingrid Balabanova -#02:  GoSlow-#03: Lesya Dolyuk

Über Rebecca Liebig

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Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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