Hafeneck Mainz: die gemütlichste Eckkneipe in der Mainzer Neustadt

Ich nutze ja sehr ungern Superlative – doch das Hafeneck Mainz ist neben dem Krokodil mit Abstand die gemütlichste Kneipe in der ganzen Mainzer Neustadt!

Es gibt einfach Läden, da geht man immer wieder gerne hin. Das Hafeneck an der Ecke Frauenlobstraße/Hafenstraße in der Mainzer Neustadt ist einer von ihnen. Und weil ich die persönliche Open-Air-Saison hier noch nicht eröffnet habe, ist es Zeit, das nachzuholen. Was mich bei meinem Besuch im Hafeneck Mainz besonders begeistert hat, erfahrt ihr hier.

1. Hafeneck Mainz: Biergarten auf dem Bürgersteig

Im Hafeneck mag man es simpel: Bierbänke und -Tische, die entlang der Hafenstraße-Seite stehen, bilden den Außenbereich der alteingesessenen Kneipe. So sitzt die Hälfte der Gäste mit dem Rücken zur Wand, die andere Hälfte zur Straße hin. Als früher Vogel habe ich die freie Auswahl und wähle natürlich einen Platz an der Wand mit bester Sicht auf das Treiben drumherum. Die Hafenstraße ist eine hübsche Mainzer Neustadt-Straße mit teilweise noch sehr alten Gebäuden. Sie ist ruhig und man kann dem einen oder anderen Anwohner auf seinem Balkon zuwinken.

Hier isses, das Hafeneck Mainz: Die Hafenstraße besteht aus einem Mix aus alten und neuen Gebäuden.

Hier isses, das Hafeneck Mainz: Die Hafenstraße besteht aus einem Mix aus alten und neuen Gebäuden.

Das Rheinufer auf Höhe der Frauenlobstraße ist nur einen Katzensprung entfernt und so kommen viele Leute hier vorbei auf ihrem Weg ans Ufer. Der Kiosk, der sich ganz in der Nähe in der Frauenlobstraße befindet, profitiert sicherlich von dieser glücklichen Lage.


2. Lecker Essen – aber was?

Ich kenne wenige Lokale, in denen es eine so riesig große Essensauswahl gibt, wie im Hafeneck, und das bei konstant sehr guter Qualität. Die Speisen reichen von Kleinigkeiten wie Spundekäs und Käsewürfeln über Salate und vollwertige Hauptgerichte. Außerdem kommen saisonal immer mal wieder wechselnde Gerichte dazu.

Unter dem Motto „Essen, trinken und sinnvolle Freizeitgestaltung seit 1998“ und mit einem Logo, welches eine Meerjungfrau zeigt, die 6 Bierkrüge vor der Brust trägt, funktioniert dieser Laden seit nunmehr 21 Jahren.


3. In der Ruhe liegt die Kraft

Niemand wartet gerne lange auf sein Essen, besonders dann nicht, wenn man sehr hungrig ist. Im Hafeneck muss man sich jedoch – je nach Betrieblichkeit – darauf einstellen, auch mal längere Wartezeiten in Kauf zu nehmen. Hier passiert das aber mit Ansage: „all you need is just a little patience“ – so steht es ganz oben auf der Speisekarte. Und wenn man Glück hat, muss man auch gar nicht so besonders lange warten.

Einmal, im Winter, waren es eineinhalb Stunden, was nicht so schön war. Es stellte sich heraus: die Bestellung ist im Trubel untergegangen. Man nimmt es dem freundlichen Servicepersonal nicht übel und außerdem gab es dann im Anschluss eine Runde Schnaps aufs Haus, da verzeiht man gerne. Im heutigen Fall, Stichwort früher Vogel, kommen die Bratkartoffeln, für die ich mich entschieden habe, prompt und werden mit einem Lächeln angereicht.

Die Speisekarte im Hafeneck Mainz ist ein halber Roman. Auch die gefüllten Pfannkuchen erfreuen sich großer Beliebtheit.

Die Speisekarte im Hafeneck Mainz ist ein halber Roman. Auch die gefüllten Pfannkuchen erfreuen sich großer Beliebtheit.

„Nur Bratkartoffeln, das ist doch kein vollwertiges Gericht?“ möchte man sagen. Doch im Hafeneck ist es das. Man kann sich nämlich zwischen verschiedenen Toppings entscheiden und außerdem noch allerlei tolle Zutaten extra dazu bestellen, alles ganz unkompliziert.
Die Bratkartoffel-Varianten im Überblick.

Die Bratkartoffel-Speisekarte im Hafeneck
Bratkartoffeln Die Basisvariante, der knusprige Klassiker mit Zwiebeln und hausgemischtem „Paprikasalz“ 4,50 Euro
Breitkartoffeln Mit Spiegelei 5,50 Euro
Tommikartoffeln Bratkartoffeln mit eingelegten getrockneten Tomaten 5,50 Euro
Speckkartoffeln Bratkartoffeln mit Zwiebeln, ordentlich Speck und hausgemischtem „Specksalz“ mit Kümmel und Muskat 6,00 Euro 
Käsekartoffeln Bratkartoffeln mit Käsewürfeln 6,00 Euro
Schafskartoffeln Bratkartoffeln mit Schafskäse 6,50 Euro
Laxkartoffeln Bratkartoffeln mit Räucherlachs und Meerrettich-Sahne-Dip 8,50 Euro
Pellkartoffeln mit Kräuterquark Keine Brat- sondern Pellkartoffeln mit einem großen Klecks hausgemachter Kräuterquark 6,50 Euro

Für mich ist das immer eine hervorragende Wahl, wenn ich mich nicht so recht entscheiden kann. Ich weiß garantiert, dass es mir schmeckt, dass ich satt werde und zudem ist es preisgünstig.

Als besondere Empfehlung dürfen aber die Frikadellenbällchen nicht ohne Erwähnung bleiben. Hausgemacht aus gemischtem Hackfleisch gefüllt mit Schafskäse in einer leckeren Süßwein-Sahnesoße. Für 12,50 Euro nicht das günstigste Gericht auf der Karte, aber glaubt mir, es lohnt sich!

Die Bratkartoffel-Variante mit Schafskäse ist lecker gewürzt und vegetarisch. Lecker ist es im Hafeneck Mainz.

Die Bratkartoffel-Variante mit Schafskäse ist lecker gewürzt und vegetarisch. Lecker ist es im Hafeneck Mainz.

Auch für den kleinen Hunger wird gesorgt: Spundekäs mit Brezelchen, Käsewürfel, Oliven oder eingelegter Schafskäse sind schon für einen schmalen Taler zu haben: die Preise bewegen sich hier zwischen 4,50 und 8 Euro.


4. Hafeneck: Die Eckkneipe mit dem maritimen Flair

Das Hafeneck ist zu jeder Jahreszeit ein beliebter Ort, um sich zu treffen und an den großen Tischen zusammen anzustoßen. Deswegen lohnt es sich auf jeden Fall auch, einen Blick in den Gastraum zu werfen: auch wenn die Wände aussehen, als wäre der Anstrich noch aus der Zeit der Gründung, hat das Innere der Kneipe einen Charme, den man nicht künstlich herstellen kann. Der Ranz der Jahre macht so eine Kneipe eben zu dem, was sie ist. Im Hafeneck finden auch regelmäßig Stammtische statt, was zu dem ganzen urigen Stil des Lokals bestens passt. Und irgendwo sitzt immer eine Gruppe und spielt Karten.

Wenn mal kein Platz mehr frei sein sollte, kann man es sich auch am Tresen gemütlich machen. So hat man einen guten Überblick über alles, was vor und hinter der Theke so vor sich geht.

Auch Veranstaltungen sind im Hafeneck keine Seltenheit. Das Absinto Orkestra, die Jazzband, die sich auf Balkan-Beat-Musik spezialisiert hat, und mit Kontrabass, Mandoline, Violine, Gitarre und Gesang immer wieder für Begeisterung sorgt, gibt sich im Hafeneck regelmäßig ein Stelldichein. Neben Konzertabenden kann man sonntags auch mal gemeinschaftlich Tatort schauen und dabei das ein oder andere Getränk genießen. Wer auf dem Laufenden bleiben möchte, sieht sich am besten die Facebook-Seite vom Hafeneck an, hier werden auch Veranstaltungen wie Lesungen und Kleinkunst beworben.


5. Darf es sonst noch etwas sein?

Die Weinauswahl im Hafeneck lässt wenige Wünsche offen. Vom klassischen Riesling über ein Rosé-Cuvée hin zu einem trockenem veganen Bio-Rotwein aus Bulgarien ist alles dabei. Die meisten Sorten stammen direkt aus Rheinhessen.

Auch Flaschenweine werden angeboten, allerdings nicht ganz so viele Sorten. Bei der Weinschorle kann man im Hafeneck die Sorte Wein selbst wählen, eine große Weinschorle kostet dann einfach 30 Cent mehr als das jeweilige Glas Wein. Eine Preispolitik, die ich sehr gutheißen kann. Ein halber Liter frisch gezapftes Bier kostet zwischen 3,50 und 4,20 Euro, je nach Sorte. Hier wird ab und zu mal zwischen verschiedenen Sorten gewechselt, diese stehen dann immer zusätzlich an einer Tafel im Gastraum.


6. Die offenen Weine im Überblick

Offene Weine -Weinkarte im Hafeneck
Weinsorte Piffchen 0,2 Glas Karaffe 0,5 1 Liter
Müller Thurgau, trocken, 2015, Rheinhessen € 1,90 € 3,00 € 7,00 € 13,50
Riesling, trocken, 2018, Rheinhessen € 2,10 € 3,20 € 7,50 € 14,50
Riesling, trocken, 2017, Weingut der Stadt Mainz € 2,50 € 3,60 € 8,50 € 15,50
Weißer Burgunder, trocken, 2016, Rheinhessen € 2,70 € 3,80 € 9,00 € 16,50
Silvaner-Riesling, feinherb, 2018, Rheinhessen € 2,70 € 3,80 € 9,00 € 16,50
Grauer Burgunder, Spätlese trocken, 2017, Rheinhessen € 2,90 € 4,00 € 14,50 (0,75 Flasche)  
Spätburgunder Blanc de Noir, Spätlese halbtrocken, 2015, Rheinhessen € 2,70 € 3,80 € 14,50 (0,75 Flasche)   
Cuvée Chat au Garage, trocken, 2016, Pfalz (Bio-Landwein) € 2,90 € 4,00 € 15,00 (0,75 Flasche)  
Portugieser Qualitätswein, 2018, Rheinhessen € 2,50 € 3,60 € 8,50 € 15,50
Cuvée Rosé, 2018, Weingut der Stadt Mainz € 2,50 € 3,60 € 8,50 € 15,50
Dornfelder Wachenheimer, trocken, 2017, Pfalz € 2,40 € 3,50 € 8,50 € 16,00
St. Laurent, trocken, 2017, Pfalz € 2,40 € 3,50 € 8,50 € 16,00
Spätburgunder, trocken, 2016, Pfalz € 2,70 € 3,80 € 9,00 € 17,50
Rheinhessenblut Dunkelfelder, trocken, 2015, Rheinhessen (vegan) € 3,10 € 4,20 € 10,00 € 19,00
Merlot & Cabernet Sauvignon, trocken, 2016, Bulgarien (vegan) € 3,20 € 4,30 € 15,50 (0,75 Flasche)  

7. Mein Fazit

Geduld zahlt sich in jedem Fall aus: im Hafeneck geht es etwas gemütlicher zu, es wird nicht gehetzt. Wozu auch? Dafür schmeckt das Essen bombenmäßig, die Weinschorle sowieso und die Atmosphäre ist super. Einfach ein gediegener Ort, um einen schönen entspannten Abend zu verbringen, sofern man in dem beliebten Lokal denn einen der begehrten Sitzplätze ergattern kann.

Die Klassiker im Hafeneck Mainz: frisch gezapftes Pils und Weinschorle.

Die Klassiker im Hafeneck Mainz: frisch gezapftes Pils und Weinschorle.

Eine kleine Besonderheit: Die Küche ist jeden Tag von 18 Uhr (Sonntags 17 Uhr) bis 22.30 Uhr geöffnet, die Ausnahme bildet dabei der Samstag. Da ist die Küche nämlich nur eingeschränkt geöffnet, da dann die kulinarischen Köstlichkeiten für die kommende Woche vorbereitet werden. Kleinigkeiten wie Spundekäs oder Oliven gibt es trotzdem und wenn an einem Samstag Fußball gezeigt wird, gibt es außerdem ab 15 Uhr leckeren eingelegten Handkäs zur Verköstigung.

Öffnungszeiten
Montag: Geschlossen
Dienstag-Donnerstag: 12-14.30 Uhr, 18-1 Uhr
Freitag und Samstag: 18-2 Uhr
Sonntag: 18-1 Uhr

Hafeneck
Frauenlobstr. 93
55118 Mainz
Mail: kaster@hafeneck.de


Bildnachweis: © alle schwarzer.de / Tiffany Bals

Über Tiffany Bals

Tiffany Bals

"Heute mach´ ich mir kein Abendbrot, heut mach ich mir Gedanken" – getreu diesem Motto ist Tiffany Bals als freiberufliche Texterin und neugierige Entdeckerin in Mainz und Wiesbaden unterwegs. Die Gastronomie-Insiderin und Food-Bloggerin legt besonderen Wert auf Gastfreundschaft, hinterfragt Tradiertes und begeistert sich für Außergewöhnliches. Bei Schwarzer.de leitet sie als Chefredakteurin die Blogs & YouTube-Channels.

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