Gut Essen gehen in Mainz: die besten Restaurants

Gut Essen gehen in Mainz ist einfach und schwer zugleich. Wer die Insider-Tipps kennt, geht schnurstracks in die Altstadt oder Neustadt in die angesagten In-Locations in Mainz. Wer einfach nur durch die Mainzer City streift, vorbei am „Sausalitos Mainz“ oder „Alex an der Ludwigstraße„, wird schnell von dem großen Angebot geplättet sein – und schlimmstenfalls „irgendwo“ landen. Aber das kann euch ja nicht passieren. Ihr habt ja uns, und wir haben uns in Mainz für euch der Herausforderung gestellt, ausfindig zu machen, wo man in Mainz gut Essen gehen kann. Und genau das zeigen wir euch jetzt.

Gut Essen gehen in Mainz: Ei wo dann?

Ha, wenn ihr jetzt geglaubt habt, wir präsentieren euch DIE erste Adresse in Mainz, dann liegt ihr total schief. Die Mainzer Gastronomie ist vielfältig und bietet für fast jeden Geschmack die ganze Bandbreite von Dünn-Drüber bis Sterne-Koch im Gourmet-Restaurant. Ihr müsst also schon wissen, was ihr wollt! Wisst ihr noch nicht so genau? Okay, das haben wir uns fast gedacht. Deswegen haben wir mal exemplarisch drei angesagte Locations in Mainz heraus gegriffen, die für drei völlig unterschiedliche Geschmäcker Vorzügliches bereithalten. Welche der Locations die Beste für euch ist? Kriegt’s raus, hier sind sie.

Übrigens: Gut Essen fängt samstags beim Mainzer Marktfrühstück an!

Zwischen 4.000 und 5.000 Mainzer (und natürlich Wiesbadener) sind jeden Samstag auf dem Mainzer Wochenmarkt am Dom dabei und kommen zum Mainzer Marktfrühstück. Die ausgelassene Stimmung, sich mit Freunden und klönen, neue Leute kennenlernen … und natürlich en Schobbe petze odder ’ne Weinschorle und dazu e Fleischworscht. Das lieben sie, die Mainzer und alle, die sich für ein paar Stunden so fühlen. Manchmal bleiben die Marktfrühstückler bis abends, denn wenns einem gefällt, will keiner so schnell weg.

Unser Laurent hat mal die Leute auf dem Mainzer Marktfrühstück gefragt, was da geht und warum die so gerne kommen. Es kamen total viele völlig unerwartete Antworten, aber schaut es euch einfach selber an.

Das beste Restaurant in Mainz

Wo führen wir euch hin? Wir nehmen euch an der Hand und bringen euch an die Grenze zwischen Altstadt und Oberstadt. Dort gibt es gleich zwei Top-Locations, die ihr wahrscheinlich noch nicht kennt – aber kennen solltet. Ist gar nicht weit vom Fastnachtsbrunnen aus, und wer als Couch-Potatoe etwas gehfaul ist, kann gechillt mit der „Elektrisch“ (Linie 50, 51, 52, 54) ans Gautor fahren und dort die letzten drei Schritte zu Fuß zurücklegen.

Wenn euch das noch nicht genug ist, führen wir euch ans andere Ende der Altstadt, an den Graben. Dort gibt es einen echten Geheimtipp, den ihr nie mehr vergessen werdet, wenn ihr einmal dort ward. Also los denn und aufgepasst: hier sind die besten Restaurants in Mainz.

 

Barrio Alto: Spanischer Wein in Mainz

Wer Ihr an Gault Millau denkt, denkt ihr an Gourmetrestaurants. Und genau der Gedanke ist der Richtige. Das Barrio Alto in der Gaustraße (oder wie sie in Mainz auf „Meenzerisch“ genannt wird: die Gaugasse oder „Gaugaß‘„) wurde bereits im Jahr 2006 vom Prüfungskomitee des Gault Millau mit dem vierten Platz beim Wettbewerb bedacht. Schon ein Jahr später kam eine Prämierung mit dem 1. Platz dazu. Habt ihr das gewusst ? Nee, natürlich nicht. Aber jetzt sollte euch eure Neugier mal dorthin treiben.

Die Weinkarte: über 450 erlesene spanische Weine

Was erwartet euch im Barrio Alto? Die Weinkarte ist absolut lohnenswert. Über 450 Weinsorten aus den bekanntesten Anbauregionen Spaniens bieten sowohl dem Novizen wie dem Weinkenner und Anhänger der iberischen Weinkeller (auf spanisch „Bodegas Ibericas“ genannt) herrliche Erlebnisse. Vom 2010 El Codal Bodegues Sumarroca, Penedes, 2010 El Meson Rosado Bodegas El Meson, Rioja über den 2001 Pertigas Crianza Bodega Navarro Lopez-Valdepenas bis hin zu einem edlen 2009 Mestizaje Bod.Mustiguillo-Utiel Requena reicht die Spanne. Von Trocken bis zum Edelsüß reichen die Geschmäcker. Selbst ein guter Cava fehlt nicht, wie der 2005 Brut Nature Gran Reserva – Bodegues Sumarroca.

Cucina e Passione in der Taperia-Bodega-Bar

„Gut essen gehen“ setzt auch in Mainz eine gute Küche voraus. Und genau das bietet euch das Barrio Alto. Wenn ihr auf Fingerfood steht, werdet ihr die Tapas des Barrio Alto schnell lieben lernen. So groß wie die Auswahl ist, so lecker sind sie. An der Theke sucht ihr euch die besten ‚raus und verspeist sie dann mit euren Freunden am Tisch. Tische und Stühle sind echt urig und ihr fühlt euch sofort wie in einer spanischen Bodega. Da bräuchte es die spanischen Klänge im Hintergrund gar nicht mehr, doch sie sind da und das kommt echt gut.

Tapas okay, aber geht da mehr? Ja, da geht mehr. Für diejenigen unter euch, deren Gaumen nur Allerbestes erwartet, der versuche sich mal an der Entenleber mit karamelisierter Birne. Ein bisschen mehr Spanien? Kein Problem. Die Cucina im Barrio Alto gibt euch mehr: Rabo de Toro, Conejo al horno oder ganz klassisch (vorsicht: saulecker) die Paella. Wonach ist euch? Ei, probierts doch einfach mal aus. Aber Vorsicht! In der gemütlichen und stimmungsvollen Athmosphäre habt ihr euch ratz fatz mal für drei, vier Stunden festgequatscht. Das braucht ihr? Dann seid ihr hier genau richtig.

Zum Gebirg: „Gut essen gehen“ für den Mainzer

Gut Essen gehen in Mainz: Zum Gebirg, Große Weissgasse 7

Gut Essen gehen in Mainz: zum Beispiel im Gebirg in der Großen Weissgasse 7

Und nun? Jetzt geht’s raus aus dem Barrio Alto und wir laufen die Gaustraße ganz hoch. Am Gautor gehen wir links rüber in die Große Weißgasse, quasi am Rande der Mainzer Altstadt an St. Stephan vorbei. Obwohl sie „groß“ heißt, ist sie doch recht schmal. Verzagt nicht und vertraut auf uns und geht noch „e bisje“ weiter. Auf der linken Seite seht ihr dann recht schnell das „Gebirg“. Genauer: „Zum Gebirg„. Wie bei einem richtigen Geheimtipp werdet ihr dem Gebirg von außen nicht ansehen, was euch drinnen erwartet. Auf denn und rein mit euch. Erklimmt die Stufen und… geht nicht grade aus in den Biergarten sondern versucht erstmal euer Glück in der Gaststube, zu der es gleich links reingeht. Die ist noch ein gutes Stück gemütlicher und uriger als der Biergarten. Das wissen halt Viele und deshalb kann da schon mal jeder Tisch dicht besetzt sein.

„Gutbürgerliche Küche in Mainz“

Das würde der Wiesbadener sagen. Der Mainzer jedoch kommt hierher, weil er hier in uriger Atmosphäre einige sehr, sehr leckere Speisen der deutschen Küche bekommt, die man mittlerweile selten auf der Speisekarte findet. Nur dienstags zum Beispiel gibt es Ochsenbrust mit hausgemachter Meerrettichsauce und Kartoffeln. Moderate 9,90 € (und für die kleine Portion 8,40 €) laden ein. Der Mainzer schätzt natürlich gute Preise. Hier kriegt er sie und obendrein schmeckt’s auch noch. Mittwochs ist Schnitzeltag, donnerstags gibts leckerst gebratene Rinderleber mit gebratenen Zwiebeln auf Bratkartoffeln und Salat für 8,90 € und als kleine Portion für 7,40 €. Freitags lockt der Schweinekrustenbraten mit Kartoffelknödel und Rotkraut für 9,90 € (die kleine Portion für 8,40 €) und samstags gibts Saure Nieren mit Kartoffelknödel und Salat für 8,90 € und 7,40 €.

Für die Rinderleber könnte ich sterben und finde mich infolgedessen an so manchem Donnerstag im Gebirg ein. Das Einzige, was mich persönlich stört, ist, dass es die Ochsenbrust am Dienstag gibt und die Sauren Nieren am Samstag. Wenn ich mir die Ochsenbrust mit Meerrettich einverleibe, macht sich bei mir ein Festtags-Feeling breit. Das passt bei mir nicht zu Dienstag. Da ist der Samstag angebrachter. Aber das muss euch ja nicht stören.

Weinkarte: Gutes vom Weingut Heinz aus Bingen-Dromersheim

Im Gebirg gibt’s Woi aus Rhoihesse. Vom Weingut Heinz schenkt man hier einfache, leckere Weine aus. Die halbtrockene Riesling Spätlese hab ich ganz gern, nehme aber oftmals einfach ’ne Rieslingschorle, wenns „viel Dorscht gibt“ und man den erst mal wegzischen muss. Vom Weingut Heyer (Saulheim) und vom Weingut Dorwagen (Ober-Hilbersheim) wird ebenfalls ausgeschenkt. Der Spätburgunder Saulheimer Hölle ist da ein leckerer Rotwein.

Zum Gebirg: Öffnungszeiten

Gut essen gehen in Mainz erfordert auch ein gutes Timing. Das Gebirg ist nur von 17:00 bis 24:00 geöffnet. Wer sich also mitten in der Nacht seiner Mainzer Gene erinnert und nach dem Discobesuch ein leckeres Schnitzel verdrücken möchte, der wird vor verschlossenen Türen stehen. Und: Sonntag und Montag ist Ruhetag. Das kann hart sein, wenn der Montag sich als suboptimaler Start in die Woche entpuppt und man im Gebirg eine gechillten Abend beginnen möchte. Selbst schon erlebt, deshalb hier der Hinweis.

Italienisches Gebäck: Versuchung pur für Genießer

Caffè Cupello: DER Italiener mit Stil

Raus aus dem Gebirg und an die frische Luft. „Jetzt hammers uns doch grad gut gehn lasse… Wo müsse mern jetzt noch hie“? Falsch gedacht, ihr Lieben. Wer jetzt denkt, dass Mainz das gerade Erlebte nicht mehr toppen kann, der liegt falsch. Gut Essen gehen fängt in Mainz gern hier an. Danach geht’s aber noch weiter. Noch ein Espresso gefällig? Noch ein bisschen träumen, den letzten Gedanken des Tages nachgehen? Na also, wusste doch, dass euch noch was fehlt. Und wozu müssen wir für’n Espresso nochmal raus und laufen? War doch grad so gemütlich! Eben.

Wir gehen jetzt links die Große Weißgasse runter. Es geht etwas abwärts, denn wir verlassen jetzt wieder die Oberstadt und tauchen in die Altstadt ein. Hier ist es noch recht ruhig, aber das ändert sich rasch. Über die Stefansstraße, die von links von der Stephanskirche rüberkommt gehen wir rechts auf den Eisgrubweg, der uns schnurstracks über die Windmühlenstraße zur Holzstraße führt. Über die Ampel rüber und vorbei an der Humberto RestoBar, auf die wir ein andermal ausführlicher zu sprechen kommen wollen. Wir gehen durch die enge Jakobsbergstraße, vorbei am Weinhaus Michel, der Weinstube Zum Bacchus (ausgezeichnete Küche übrigens) und der Weinstube Lösch zum Graben. Und da sind wir schon.

Das Caffè Cupello liegt zur Linken recht versteckt, aber wenn euer Auge es erstmal entdeckt hat, wird es sich nicht mehr losreißen können, denn es lässt euch erahnen, was ihr darinnen sehen und erleben könnt. Traut euch und setzt den Fuß in die Tür. Atmet den Duft von Kaffee und Schokolade ein, der euch drinnen umfängt. Euren Kopf bringt ihr am besten in den Chill-Mode, denn der wird hier nicht gebraucht. Lasst euch von der Atmosphäre des Caffè Cupello einfangen, wenn euch Natalino Cupello, der etwas eigenwillige, aber liebenswürdige Besitzer des Caffè Cupello, euch fragt, was er euch geben darf.

Die kleinste Live-Bühne in der Mainzer Altstadt

Lasst euch von seiner manchmal etwas italienisch machomäßigen, fast polternden, stets ein Lächeln erheischenden Stimme nicht täuschen. In seiner Brust schlägt ein Herz, das euer Wohlergehen in diesen vier sehr heiligen Wänden als oberstes Ziel kennt. Seine Geschichten, die er nur zu gern zum Besten gibt, machen den heimischen Fernseher restlos überflüssig. Die Geschichten sind echte Mainzer Anekdoten, die einen tiefen Einblick in Insider-Details der Mainzer Gastronomie geben und sind sofort kabarett- und bühnenfähig.

Grappa Cellini Oro, Lungarotti Dulcis.

Grappa Cellini Oro, Lungarotti Dulcis.

Das Caffè Cupello: ein Stück Italien mitten in Mainz

Das Caffè Cupello ist nicht irgendeine Espressobar – obwohl eine gute Espressobar eigentlich nur so aussehen könnte – es ist ein so liebevoll und individuell eingerichtetes Café, dass man gar nicht aufhören mag, all die vielen großen und kleinen Deko-Gegenstände und Fläschleins und Törtchens und Schokoladen zu bewundern, die auf den Tischen und in den Regalen des einmaligen Ladens zu sehen sind. Es ist diese unvergleichliche Atmosphäre des Cafés, die den Charme des Caffè Cupello ausmacht.

„Trecce al miele“: ein Name, der auf der Zunge zergeht

Kleiner Tipp gefällig? Natalino bäckt selbst. Seine italienischen Naschereien stehen unter kleinen Glasglocken vorne an der Kasse. Zählt nicht die Kalorien – zählt die Sonnenstunden im Herzen, die sie euch bescheren werden. „Trecce al miele“ schmecken auch so wie sie klingen. Die italienischen Gebäcke und Pralinen strapazieren die Selbstdisziplin selbst des willenstärksten Menschen, so er sich nicht schon jetzt freiwillig den irdischen Sinnesfreuden hingegeben hat.

Kaffee für Kenner

Wer bisher seinen Kaffee im Supermarkt kaufte, der wird schnell erkennen, dass dies der Vergangenheit angehören muss. Natalino Cupello verkäuft eine ganze Reihe von ausgewählten und hochwertigen Kaffeesorten. Für den Urlaub vom Alltag sagt er und das ist so. Herzhafte Wiener Melange, den feinen und milden Guatemala Antigua, Columbia Hochland, den vollmundigen Costa Rica Dota Tarruza, feinwürzige Mexico Maragogype, den säurearmen und daher feinmilden India Malabar, kräftigen Kenia Arabica oder aus Äthiopien Mocca Sidamo, den Hausmake L‘Espresso Cupello „Crema“, entkoffeinierten Espresso Delicato, kräftigen Espresso Arabica und den zu 100%ig Arabica seienden A. Joerges Gorilla Espresso „Crema No.1“. Wer da nicht schwach wird…

Jetzt werdet ihr euch fragen, warum das Caffè Cupello hier beim Thema „Gut Essen gehen in Mainz“ auftaucht. Ein Kaffee wie dieser verdient es einfach, in angemessener Atmosphäre eingenommen („zelebriert“) zu werden. Und in Mainz geht das nirgends besser als hier im Caffè Cupello. Man muss sich dazu nicht vorher in einem Gourmet-Restaurant von einem Sternekoch verwöhnen lassen. Nein, man kann einfach beim Bummeln durch die Stadt einen kleinen Ausflug an den Graben machen und kurz mal eben schnell der Welt entfliehen.

Für heute will ich’s damit bewenden lassen.


P.S.
Dies ist mein bester Beitrag des Jahres 2014. Gelistet bei der Blogparade von der Kellerbande mit Herz und Seele #mbBdJ @kellerbande_hs


Bildnachweis: alle © schwarzer.de

Über Hans-Jürgen Schwarzer

Hans-Jürgen Schwarzer leitet die Online-Agentur schwarzer.de software + internet gmbh. Als Unternehmer und Verleger in Personalunion wie auch als leidenschaftlicher Blogger, Gourmet, und Gourmand gehört er zu den Hauptautoren von mainz-schmecker.de. Innerhalb seiner breiten Palette an Themen liegen dem Mainzer Lokalpatrioten herausragende kulinarische Erlebnisse besonders am Herzen.

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